Trainingszielsetzung für (Wieder-) Einsteiger

 

Ziele braucht der Mensch – um sich weiterzuentwickeln und nicht stehen zu bleiben.

So ist es auch im Sport. Ein gut formuliertes und ordentlich gesetztes Trainingsziel setzt unglaubliche Kraft frei, die uns die Motivation und den Willen verschafft, unseren Trainingsplan durchzuziehen.
 
Wenn man eine Sportart gefunden hat, die man leidenschaftlich betreibt, dann muss man sich nicht unbedingt Ziele setzen, um motiviert zu bleiben. Das Ziel ist dann die Bewegung selbst. Der Rennradler will aufs Fahrrad, die Natur genießen, den Fahrtwind im Gesicht spüren und mit schweren Beinen wieder daheim ankommen. Das macht ihn glücklich und dafür nimmt er sich die Zeit.
Wenn man aber (noch) nicht für einen Sport brennt und sich trotzdem fit halten möchte, sind immer wieder neue Trainingsziele wichtig. Vor allem, wenn man aus der Routine gekommen ist und nach längerer Pause wieder starten möchte.
 
An dieser Stelle gibt es interessante neue Forschungserkenntnisse.
Spezifische (SMARTe) Ziele können für Menschen demotivierend sein, die ein Verhalten neu erlernen möchten, z.B. sich regelmäßig mehr zu bewegen. Wenn z.B. eine Person aktuell im Durchschnitt 3.000 Schritte täglich schafft und sich das Ziel setzt, z.B. im Januar 10.000 Schritte am Tag zu gehen, dann jedoch am 31.01. feststellt, dass es nur 6.000 waren, frustriert das. Die Person empfindet das neu zu erlernende Verhalten möglicherweise als Stress und verliert in der Folge den Spaß an der Sache.
 
Würde sich die Person ein offenes Trainingsziel setzen und sagen: „Ich weiß ich will fitter werden, deswegen ich gehe jeden Tag eine Runde und schau, wie weit ich komme“, dann wäre die Verbesserung von 3.000 auf 6.000 ein riesiger Erfolg! Der Druck eine bestimmte Marke unbedingt schaffen zu müssen ist weg, der Erfolg fühlt sich gut an und wird die Person motivieren, weiterzumachen.
 
Wenn ihr es mal probieren wollt, mit einem offenen Trainingsziel, dann macht es so:
Überlegt euch erst, was ihr verbessern wollt (z.B. ihr wollt euch mehr bewegen). Dann überlegt ihr euch, wie ihr den Erfolg messen wollt, z.B. mit der täglichen Schrittzahl.
Und dann formuliert ihr das Ziel auf offene Art und Weise: z.B. „Ich möchte sehen, wie viele Schritte ich bis Ende des Monats täglich schaffen kann“
 
Und dann geht´s los. Mit einem offenen Ziel macht ihr mit großer Wahrscheinlichkeit Fortschritte und genießt dabei den Weg, und ihr werdet dranbleiben, bis ihr das neue Bewegungsverhalten als Routine etabliert habt und bereit seid, vielleicht etwas spezifischere Ziele zu setzen.
 

Viel Spaß beim Sporteln!
 
Euer Lederhosentraining Team

Further reading: https://www.researchgate.net/publication/330253234_Comparing_the_effects_of_goal_types_in_a_walking_session_with_healthy_adults_Preliminary_evidence_for_open_goals_in_physical_activity